Zwischenbericht – Jugendhaus Neu

Durch Medienberichte haben wir erfahren, dass die Stadt Feldkirch ein neues Areal für das Jugendhaus als Alternative zum Jugendhaus Graf Hugo gefunden hat. Unsere Initiative – und damit unsere rund 1.800 UnterstützerInnen – wurden in diesen Entscheidungsprozess weder eingebunden, noch über dessen endgültigen Ausgang informiert.

Als BürgerInneninitiative mit klaren Forderungen an die Entscheidungsträger fühlen wir uns dabei nicht ernst genommen. Unsere Wünsche und Anregungen für den Erhalt des Jugendhauses am jetzigen, zentralen Standpunkt wurden nicht respektiert.

Uns bleibt daher zu hoffen, dass bei weiteren Verhandlungen, die das Jugendhaus NEU betreffen, Jugendlichen und anderen BürgerInnen mehr Raum gegeben werden wird, um sich in der Konzeption und Gestaltung des Hauses kreativ und aktiv einbringen zu können.

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Statement Hilâl İşçakar

Unser heutiger Gastkommentar kommt von der Psychologin und Sozialarbeiterin Hilâl İşçakar:10156031_992160160862069_5897083023842035641_n

>> Graf Hugo bleibt!
…es gibt Jugendliche, die haben ihre erste große Liebe im Graf Hugo getroffen.
…den ersten großen Liebeskummer haben Einige im Graf Hugo ausgelebt.
…die erste Clique dort gefunden.
…Freundschaften haben sich im Jugendhaus Graf Hugo gestärkt.
…das erste live Konzert im Graf Hugo Keller gesehen.
…die ersten Breakdance Tanzschritte wurden im Bewegungsraum vom Graf Hugo geübt.
…in der Küche vom Graf Hugo haben manche ihren ersten Job gemacht und ihr erstes Taschengeld verdient.
…im Billardraum war die Möglichkeit zu lernen wie ein Queue gehalten wird.
Viele Stunden haben Jugendliche aus Feldkirch und Umgebung im Jugendhaus Graf Hugo verbracht. Unabhängig mit welcher Herkunft, welcher Religion, welchen Traditionen, welcher Sprache, welche gelebte Jugendkultur und welchen Bildungshintergrund sind sie sich in diesem Haus begegnet.
Ich unterstütze die Petition in vollem Umfang, da meine Wenigkeit, ihre 16jährige Karriere als Jugendarbeiterin in der Offenen Jugendarbeit Feldkirch startete und die Arbeit mit Jugendlichen auch im Jugendhaus Graf Hugo kennenlernen durfte. Als junge Psychologiestudentin durfte ich mit den Jugendlichen in diesem Haus und im Jugendzentrum TWOgether lernen, erleben, lachen, weinen, reden, spielen, diskutieren, reisen, respektieren, feiern, trauern, tanzen, singen, kochen und vor allem begleiten. Junge Menschen in ihrer Welt begleiten und mich in meinem Berufsleben begleiten und inspirieren lassen.
Ich bin stolz ein Teil der 40jährigen Geschichte vom Graf Hugo zu sein und wünsche den Jugendlichen aus und um Feldkirch weiterhin die Möglichkeit dieses Haus in vollem Umfang nutzen zu können und ihre Jugend mit allen Facetten in Begleitung von Menschen, die ihren Beruf als JugendarbeiterIn ausgesucht haben, LEBEN zu können.
Graf Hugo MUSS bleiben! >>

Hilâl İşçakar
(Psychologin&Sozialarbeiterin)
(derzeit Bereichsleiterin Offene Jugendarbeit Ost im Jugendsekretariat St Gallen)

 

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Statement von Dr. Jutta Gnaiger-Rathmanner

Dr. Jutta Gnaiger-RathmannerDa steht es, zwischen den geradlinigen, überragenden neuen Blöcken eingezwängt: das verträumte, heimelige, eigenwillige Gebäude „Graf Hugo“, das sich bis heute behauptet hat als Zeuge der Jahrhundertwende, vor dem ersten Weltkrieg. Heute will es so gar nicht mehr zum neuen Ensemble dazu passen. Also weg damit?

Ein stattlicher Zeitzeuge der seltenen Art in Feldkirch und die Heimat für unzählige Jugendliche seit über 40 Jahren soll einer Tiefgarage oder einem ähnlichen Kultbau von Heute weichen? … Eine schlüssige, zwingende Logik der Moderne?

Sind wir heute nicht schon weiter? Eben postmodern?
Die Freude an der Vielfalt, architektonisch und gesellschaftlich. Raum für die Jugend, als eine verdrängte Minderheit unserer Tage. Ein Platz zur Begegnung für die Jugendlichen untereinander, zwischen den Ansässigen und allen Gruppen von Zugewanderten als zeitgemäße Wirklichkeit. Ein stadtnaher Ort, wo aus vollem Herzen musiziert werden kann und darf, in sieben (!) Übungsräumen und dem stimmungsvollen Keller, wo sich unter jungen Musikern eine Plattform für Experiment und internationalen Dialog herausgebildet hat, UND wo die Nachbarschaftsdebatten schon ausgefochten und gangbare Wege entwickelt worden sind.

Lässt sich so ein Ort von „Kulturgeschichte“ Feldkirchs ersetzen und versetzen? Sind die Gründe dafür wirklich stichhaltig?

Vage Erinnerungen aus den 70-er Jahren: Ein Auftrag (von welcher Seite?) zum Aufbau eines Jugendhauses in Feldkirch, Marlies Fischer, Sozialarbeiterin und angehende Nonne, lud eine Gruppe dazu ein, erste Treffen im ehemaligen Gasthaus Krone im Kehr. Ich war dabei.

Der Lokalaugenschein heute zeigt mir: Das geräumige Haus ist gut im Schuss, ein offenes, beherztes Mitarbeiterteam, viele Auflagen an heutige Standards sind erfüllt (Brandschutztüren, aufgestockte Stiegengeländer, Elektrisches, Lehmwand im Keller), viele verschiedene Räume für die vielfältigsten Aktivitäten, auch für das Ferienprogramm von Seiten der Stadt.

Graf Hugo ist an seinem Platz und erfüllt seine Bestimmung rundum. Mein dringlicher Wunsch an die Stadtväter und –mütter sowie an die Arbeiterkammer Feldkirch im Sinne der Jugend lautet: Findet mit gutem Willen die gute Lösung gemäß „Graf Hugo bleibt“!

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Graf Hugo bleibt!