Statement Hilâl İşçakar

Unser heutiger Gastkommentar kommt von der Psychologin und Sozialarbeiterin Hilâl İşçakar:10156031_992160160862069_5897083023842035641_n

>> Graf Hugo bleibt!
…es gibt Jugendliche, die haben ihre erste große Liebe im Graf Hugo getroffen.
…den ersten großen Liebeskummer haben Einige im Graf Hugo ausgelebt.
…die erste Clique dort gefunden.
…Freundschaften haben sich im Jugendhaus Graf Hugo gestärkt.
…das erste live Konzert im Graf Hugo Keller gesehen.
…die ersten Breakdance Tanzschritte wurden im Bewegungsraum vom Graf Hugo geübt.
…in der Küche vom Graf Hugo haben manche ihren ersten Job gemacht und ihr erstes Taschengeld verdient.
…im Billardraum war die Möglichkeit zu lernen wie ein Queue gehalten wird.
Viele Stunden haben Jugendliche aus Feldkirch und Umgebung im Jugendhaus Graf Hugo verbracht. Unabhängig mit welcher Herkunft, welcher Religion, welchen Traditionen, welcher Sprache, welche gelebte Jugendkultur und welchen Bildungshintergrund sind sie sich in diesem Haus begegnet.
Ich unterstütze die Petition in vollem Umfang, da meine Wenigkeit, ihre 16jährige Karriere als Jugendarbeiterin in der Offenen Jugendarbeit Feldkirch startete und die Arbeit mit Jugendlichen auch im Jugendhaus Graf Hugo kennenlernen durfte. Als junge Psychologiestudentin durfte ich mit den Jugendlichen in diesem Haus und im Jugendzentrum TWOgether lernen, erleben, lachen, weinen, reden, spielen, diskutieren, reisen, respektieren, feiern, trauern, tanzen, singen, kochen und vor allem begleiten. Junge Menschen in ihrer Welt begleiten und mich in meinem Berufsleben begleiten und inspirieren lassen.
Ich bin stolz ein Teil der 40jährigen Geschichte vom Graf Hugo zu sein und wünsche den Jugendlichen aus und um Feldkirch weiterhin die Möglichkeit dieses Haus in vollem Umfang nutzen zu können und ihre Jugend mit allen Facetten in Begleitung von Menschen, die ihren Beruf als JugendarbeiterIn ausgesucht haben, LEBEN zu können.
Graf Hugo MUSS bleiben! >>

Hilâl İşçakar
(Psychologin&Sozialarbeiterin)
(derzeit Bereichsleiterin Offene Jugendarbeit Ost im Jugendsekretariat St Gallen)

 

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Statement von Dr. Jutta Gnaiger-Rathmanner

Dr. Jutta Gnaiger-RathmannerDa steht es, zwischen den geradlinigen, überragenden neuen Blöcken eingezwängt: das verträumte, heimelige, eigenwillige Gebäude „Graf Hugo“, das sich bis heute behauptet hat als Zeuge der Jahrhundertwende, vor dem ersten Weltkrieg. Heute will es so gar nicht mehr zum neuen Ensemble dazu passen. Also weg damit?

Ein stattlicher Zeitzeuge der seltenen Art in Feldkirch und die Heimat für unzählige Jugendliche seit über 40 Jahren soll einer Tiefgarage oder einem ähnlichen Kultbau von Heute weichen? … Eine schlüssige, zwingende Logik der Moderne?

Sind wir heute nicht schon weiter? Eben postmodern?
Die Freude an der Vielfalt, architektonisch und gesellschaftlich. Raum für die Jugend, als eine verdrängte Minderheit unserer Tage. Ein Platz zur Begegnung für die Jugendlichen untereinander, zwischen den Ansässigen und allen Gruppen von Zugewanderten als zeitgemäße Wirklichkeit. Ein stadtnaher Ort, wo aus vollem Herzen musiziert werden kann und darf, in sieben (!) Übungsräumen und dem stimmungsvollen Keller, wo sich unter jungen Musikern eine Plattform für Experiment und internationalen Dialog herausgebildet hat, UND wo die Nachbarschaftsdebatten schon ausgefochten und gangbare Wege entwickelt worden sind.

Lässt sich so ein Ort von „Kulturgeschichte“ Feldkirchs ersetzen und versetzen? Sind die Gründe dafür wirklich stichhaltig?

Vage Erinnerungen aus den 70-er Jahren: Ein Auftrag (von welcher Seite?) zum Aufbau eines Jugendhauses in Feldkirch, Marlies Fischer, Sozialarbeiterin und angehende Nonne, lud eine Gruppe dazu ein, erste Treffen im ehemaligen Gasthaus Krone im Kehr. Ich war dabei.

Der Lokalaugenschein heute zeigt mir: Das geräumige Haus ist gut im Schuss, ein offenes, beherztes Mitarbeiterteam, viele Auflagen an heutige Standards sind erfüllt (Brandschutztüren, aufgestockte Stiegengeländer, Elektrisches, Lehmwand im Keller), viele verschiedene Räume für die vielfältigsten Aktivitäten, auch für das Ferienprogramm von Seiten der Stadt.

Graf Hugo ist an seinem Platz und erfüllt seine Bestimmung rundum. Mein dringlicher Wunsch an die Stadtväter und –mütter sowie an die Arbeiterkammer Feldkirch im Sinne der Jugend lautet: Findet mit gutem Willen die gute Lösung gemäß „Graf Hugo bleibt“!

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Statement Dr. Albert Lingg

Unterstütze eure in der Petition angeführten Argumente in vollem Umfang!100318lingg_01

Doch sagt einer: Hatte Lingg nicht einige Jahre zusammen mit Bernd Klisch für den Vorstand des Vereins ojaf die Arbeit der Jugendzentren jährlich zu überprüfen? Und nichts gecheckt von einem Ablaufdatum? Zwar den in den JZ Tätigen ein gutes Arbeiten attestiert, zwar jeweils darauf hingewiesen, dass ihre  Arbeit im Vergleich mit andern Städten weniger ideelle und materielle Unterstützung erfährt, zwar klar für den Erhalt zweier Standorte plädiert, doch den Ernst der Lage – wie offensichtlich auch viele andere – ­­nicht erkannt und aufgezeigt…

Die von den Unterzeichnern der Petition gemachten Kommentare sprechen für sich und gehen ans Herz, machen deutlich, was unwiederbringbar verloren geht, weit und breit ist kein Ersatz in Sicht, ein Kahlschlag ist wahrscheinlich…

Wenn wir an die schönen Reden zum 40-Jahr Jubiläum vor nicht einmal 2 Jahren denken, wo mit Recht die ehemals beispielgebende Jugendarbeit in Feldkirch gewürdigt wurde, fragt man sich in welch bedenkliche Richtung sich die Politik dort in Stil und Inhalt  entwickelt hat.

Vielleicht erreicht euer – bemerkenswert vornehmer und sachlicher – Protest doch noch ein Umdenken, auch für die Vereinigungsbrücke soll die Abrissfirma ja schon bereit gestanden haben, und dann…und heute?

Dr. Albert Lingg (1981-2015 in Tosters wohnhaft)

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